15.02.2011

75 Jahre tesa

Von der Klebefilmrolle zum Technologiekonzern

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Ein Marken-Klassiker feiert 75. Geburtstag: 1936 kam der erste transparente Tesa®-Klebefilm auf den Markt, der ab 1941 unter dem Namen tesafilm® Berühmtheit erlangte. Laut Hochrechnungen wurden seitdem etwa 50 Milliarden Meter verkauft. Damit ließe sich die Erde am Äquator entlang etwa 1250-mal umwickeln. Heute ist der tesafilm® Teil einer Produktfamilie mit etwa 7000 Klebebandlösungen für Industrie, Gewerbe und Konsumenten.

Triumphzug des tesafilm®

Der Industriekaufmann Hugo Kirchberg glaubte an die „unbegrenzten Möglichkeiten der Selbstklebe-Technologie“ und baute das Geschäft ab 1934 auf. Ein sicheres Gespür bewies er bei der Namenssuche. Auf Vorrat geschützt, schlummerte „Tesa“ in der Rechtsabteilung der Beiersdorf AG, zu der das Unternehmen als 100-prozentige Tochter noch heute gehört. Die Sekretärin Elsa Tesmer hatte den Namen 1906 bei einem Wettbewerb aus den Silben ihres Vor- (-sa) und Nachnamens (Te-) kreiert. Anfangs fand ihr Kunstwort Verwendung für die patentierte Tesa-Tube, die Zahnpasta enthielt. Doch das Produkt hatte nicht den erhofften Erfolg.

Aus Kirchbergs Sicht war „Tesa“ für den Markenaufbau jedoch ein Glücksfall – kurz, einprägsam und international nutzbar. Noch eine weitere Idee des gebürtigen Thüringers trug zum Siegeszug des tesafilm® entscheidend bei: die Erfindung des tesa Abrollers, der für die einfache Anwendung bis heute auf nahezu jedem Schreibtisch steht – wenngleich in verändertem Design.

Weltweit nah an den Kunden

Als global aufgestelltes Unternehmen erzielt tesa über zwei Drittel seines Gesamtumsatzes (2010: 872 Mio. Euro; vorläufig, nicht testiert) im internationalen Geschäft. Schwerpunkt ist Europa, gefolgt von den Regionen Asien, Afrika, Australien und Amerika. Der Rest entfällt auf den Heimatstandort Deutschland. Für die Nähe zu den Kunden sorgen insgesamt etwa 3700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Hamburger Zentrale und mehr als 50 Tochtergesellschaften – darunter Forschungs- und Entwicklungslabore in Deutschland, den USA, Japan, Singapur und China sowie neun internationale Produktionsstandorte.

Teil des täglichen Lebens

In vielen Ländern dieser Welt helfen tesa Klebeband-Anwendungen Verbrauchern beim Befestigen (z. B. tesa Powerstrips®), Renovieren (z. B. tesakrepp®), Reparieren, Isolieren und beim Schutz vor Insekten, Staub und Zugluft (tesamoll®). Was nur wenige Menschen wissen: tesa ist auch in vielen Industrieprodukten Teil des täglichen Lebens. So werden Mobiltelefone, Digitalkameras, Flachbildschirme, Note- oder Netbooks dank tesa immer kleiner, flacher und leichter. Im 21. Jahrhundert ersetzen technologisch anspruchsvolle Klebebänder herkömmliche Fügetechniken wir Löten, Schweißen oder Schrauben. Dadurch passen Handys von unter 100 Gramm in die kleinste Tasche. Noch vor 20 Jahren wogen diese rund fünfmal so viel. Nicht selten übernehmen Klebebänder auch Zusatzfunktionen – zum Beispiel als Lichtleiter.

Systemlösungen für die Automobilindustrie

Seit dem ersten Tesa®-Klebekrepp (1936) zum Abdecken bei Lackierarbeiten zählt die Automobilbranche zu den Kerngeschäftsfeldern. Eine von vielen Lösungen: Als Weltmarktführer sorgt tesa seit Ende der 1960er Jahre für die Bündelung von zwei bis fünf Kilometern Kabel, die in einem Auto verlaufen. Andere Produkte sind beispielsweise selbstklebende Folien zur Emblem-Verklebung oder zum Schutz von Oberflächen bei Transporten.

Optimierung von Produktionsprozessen

Auch in der Druck- und Papierindustrie ermöglicht tesa seinen Kunden eine Optimierung der Herstellungsprozesse. Das tesa EasySplice® Sortiment revolutionierte die Automatisierung im Zeitungs- und Magazindruck. Dank einer sicheren Ansatzverklebung (Splice) lassen sich die tonnenschweren Papierrollen endlos und abrisssicher miteinander verbinden – ohne Drosselung der Produktionsgeschwindigkeit. In diesem Segment ist tesa heute Weltmarkt- und Technologieführer.

Effektiver Marken- und Produktschutz

Eine Besonderheit im umfangreichen tesa Angebot sind die „intelligenten“ Konzepte der tesa scribos GmbH. Angefangen mit dem tesa Holospot®, ein fälschungssicheres Etikett, das Produkten auf einem nur wenige Quadratmillimeter kleinen Datenfeld eine unverwechselbare Identität gibt, hat tesa scribos ein breites Spektrum an Sicherheitslösungen entwickelt. Hierzu zählen Konzepte zum Schutz gegen Produktfälschung, Graumarktware, Manipulation und Diebstahl.

Hightech-Klebefolien aus dem Reinraum

2010 nahm das Hamburger tesa Werk eine moderne Reinraumeinheit in Betrieb. 1000-mal sauberer als im Gebirge ist die Luft, in der für die Elektronikindustrie beispielsweise 25 Mikrometer dünne Klebefolien entstehen – dünner als ein Menschenhaar. Gemeinsam mit seiner 2008 akquirierten 100-prozentigen Tochtergesellschaft Labtec stellt tesa außerdem für die Pharmabranche wirkstoffhaltige Pflaster her, die eine regelmäßige und richtig dosierte Medikation gewährleisten. Des Weiteren orale Filme, die sich im Mund sekundenschnell auflösen und den Wirkstoff unmittelbar abgeben; diese können Tabletten ersetzen. Insbesondere Ältere, Kinder und Menschen mit Schluckbeschwerden profitieren davon.

Umweltfreundliche Zukunftstechnologien

Mit der Inbetriebnahme einer weltweit einzigartigen Anlage für die Herstellung doppelseitiger Acrylat-Klebebänder gelang 2010 ein technologischer Quantensprung. Das patentierte tesa Verfahren ermöglicht die umweltschonende Produktion von Klebebändern mit besonders hohen Schichtdicken, extrem starker Klebkraft und enormer Widerstandsfähigkeit. Hochfeste Permanentverklebungen von externen Anbauteilen wie Zierleisten und Spoilern an Autos, von Solar-Modulen oder Fassadenelementen sind dadurch möglich.

Zu den jüngsten Markterfolgen des Klebebandherstellers gehört ein besonders umweltfreundliches Sortiment mit dem tesa ecoLogo®. Dieses steht für überwiegend recycelte oder biobasierte Rohstoffe, umweltfreundliche Verpackungen und eine lösemittelfreie Produktion – zum Beispiel tesafilm®, tesapack®, tesa® Kleberoller und tesakrepp®.

Als aktuelle Innovation für Endverbraucher werden zum April 2011 transparente Selbstklebe-Folien zum Schutz vor Kratzern auf Autolacken an gefährdeten Stellen eingeführt. Glänzende Aussichten im Jubiläumsjahr eines Technologiekonzerns, der vor 75 Jahren seinen Anfang mit einer kleinen Klebefilmrolle nahm.