06.10.2009

tesa setzt auf Wachstumsmärkte im Bereich Health Care

Wirkstoffe gehen unter die Haut und zergehen auf der Zunge

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Medikamente einzunehmen, ist für viele Menschen beschwerlich. Manche haben Probleme beim Schlucken von Tabletten. Andere, vor allem Ältere, neigen zu Vergesslichkeit und unterbrechen die vom Arzt verordnete Medikation – was den Verlauf der Genesung stark beeinträchtigen kann. Ein weiterer Nachteil: Tabletten versorgen den Patienten nur ungleichmäßig mit dem benötigten Wirkstoff. Nach der Einnahme steigt der Blutplasmaspiegel des Wirkstoffs zumeist sehr schnell an − teilweise in einen Bereich oberhalb des sogenannten therapeutischen Fensters, um anschließend rasch wieder zu sinken. Somit befindet sich der Patient zeitweise im Bereich der Über- und der Unterdosierung.

Maximale Wirksamkeit – minimale Nebenwirkungen

Abhilfe schaffen Transdermale Therapeutische Systeme (TTS).
Hierbei handelt es sich um wirkstoffhaltige Pflaster, die − auf die Haut geklebt − den Wirkstoff lokal oder bis in die Blutbahn abgeben. TTS sind somit vergleichbar mit einer Infusion, aber ohne Verwendung von Spritzen und Nadeln. Weitere Vorteile: Der für Tabletten typische "First Pass Effect" (Um- und Abbau des Wirkstoffes in der Leber) entfällt. Der über die Haut abgegebene Wirkstoff erreicht zuerst den Wirkort und danach die Leber. Dies minimiert Nebenwirkungen; die Leber wird weniger belastet und die Wirksamkeit des Medikaments innerhalb des therapeutischen Fensters maximiert. Darüber hinaus lässt sich die Häufigkeit der Medikation für den Patienten deutlich verringern, zum Beispiel durch die Verwendung von Ein- oder Mehrtagespflastern statt der täglichen Einnahme mehrerer Tabletten.

Erschließung ertragreicher Zukunftsmärkte

Mit der Akquisition der Labtec Gesellschaft für technologische Forschung und Entwicklung mbH im November 2008 setzt die tesa SE konsequent ihre Strategie fort, im Industriebereich besonders ertragreiche Zukunftsmärkte zu erschließen. Die neue 100-prozentige tesa Tochtergesellschaft, ein mittelständisches Unternehmen in Langenfeld (Nordrhein-Westfalen) hat sich – neben Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für zahlreiche Firmen aus der Pharmaindustrie – auf den TTS-Markt spezialisiert.

Weltweit erster verschreibungspflichtiger oraler Film

Darüber hinaus arbeitet Labtec zusammen mit dem Schweizer Partnerunternehmen Applied Pharma Research seit mehreren Jahren erfolgreich an oralen Filmen (Oral Dissolvable Films, ODF). Mit dem Ondansetron Rapidfilm®, der zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen als Nebenwirkung einer Strahlen- bzw. Chemotherapie indiziert ist, hat Labtec den voraussichtlich weltweit ersten verschreibungspflichtigen oralen Film für die Pharmaindustrie entwickelt. Erste behördliche Zulassungen werden bei den Lizenznehmern bis Ende 2009 erwartet. Alle anderen oralen Filme waren bisher OTC-Produkte. Der hauchdünne Film löst sich bei Kontakt mit dem Speichel innerhalb von wenigen Sekunden auf und gibt das Arzneimittel in der Mundhöhle ab. Wasser ist zur Verabreichung nicht mehr erforderlich. Deshalb eignet sich die ODF-Technologie besonders für Menschen, die Schwierigkeiten mit dem Schlucken von Tabletten haben, zum Beispiel Kinder und Ältere.

tesa SE – das Unternehmen

Die tesa SE ist einer der weltweit führenden Hersteller selbstklebender Produkt- und Systemlösungen für Industrie, Gewerbe und Konsumenten. Rund 80 Prozent des Umsatzes entfallen auf Produkte für Industriekunden, zum Beispiel in der Automobil-, Elektronik-, Druck- und Solarindustrie. In vielen Ländern Europas bekannt wurde tesa durch den transparenten tesafilm®. Die tesa SE ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Beiersdorf AG.